15

April

25

April

2021

KM40: 蝠 福

Wie hängt Glück mit der Fledermaus – oder anders gefragt – wie hängen Gesundheit, Wohlstand, Konsum und Globalisierung mit Ökosystemen, verdrängten Lebensräumen, Artensterben und Pandemien zusammen?

In Hangzhou, China, sind im Herbst 2018 spontan Bilder von Fledermäusen entstanden, die den Fotografen Florian Geisseler auch noch zweieinhalb Jahre später beschäftigen. Das chinesische Zeichen für «Fledermaus» hat den Wortlaut «Fu», was auch «Glück» bedeutet. Das Zusammentreffen von Fledermaus und Mensch wird daher grundsätzlich nicht als Bedrohung, sondern als gutes Omen gelesen. Seit sich die Covid-19-Pandemie in rasendem Tempo global ausgebreitet hat, werden Fledermäuse aber auch als Ursache für die Entstehung des bedrohlichen Virus betrachtet.

Ausgehend von den in China entstandenen Fotografien konzentriert sich Lukas Geisseler auf die aktuellen und (womöglich) verschobenen Bedeutungen von «Fledermaus» und «Glück». Es geht ihm darum, Fragen zu stellen, Assoziationen zu verfolgen, Zusammenhänge aufzuschlüsseln, Einflüsse zu erkennen und dadurch neue Perspektiven zu gewinnen. Die Arbeit ist eine visuelle und materielle Kondensierung eines fortlaufenden und nicht-zielgerichteten Rechercheprozesses, der auf der Auswertung zahlreicher wissenschaftlicher Texte und Daten basiert.

蝠 福 ist eine Sammlung, die vor dem Hintergrund der Fledermaus das prekäre Dasein der Natur und des Menschen reflektiert und den vielen ambivalenten Interdependenzen zwischen den Lebewesen nachgeht.


Florian Geisseler (*1988) ist in der Nähe von Luzern aufgewachsen. Nach dem gestalterischen Vorkurs und dem Studium im Bereich Dokumentarfilm an der Hochschule Luzern sammelte er diverse Erfahrungen in der Filmbranche. 2016 absolvierte er den Masterstudiengang Film mit Vertiefung Schnitt an der ZHdK, seither ist er als freischaffender Editor und Filmemacher tätig. Geisselers fotografisches Werk lebt von seiner Fähigkeit, im Rohen und Spontanen das Magische zu finden.

Der in Chur lebende Künstler Lukas Geisseler (*1985) setzt sich künstlerisch mit gesellschaftspolitischen Themen auseinander. Er nutzt Informationen und Daten aus der Welt zur Aushandlung ästhetischer Konventionen und Qualitäten. Inhalte werden in ihrer Darstellung reduziert und dadurch in ihrer Komplexität maximiert. In seinen aktuellen Arbeiten wird die Verletzlichkeit und das prekäre Dasein vermehrt zum Thema. 2015 schloss Geisseler den Master in Fine Arts mit dem Major Art Teaching an der HSLU Design & Kunst ab und erhielt 2016 den Förderpreis der Gemeinde Kriens, Luzern.

Daten:*

Soft Opening:
Do, 15. April 18 - 21 Uhr

Ausstellung:
Sa, 17. April 14 - 18 Uhr | So, 18. April 14 - 18 Uhr
Sa, 24. April 14 - 18 Uhr | So, 25. April 14 - 18 Uhr


* Die Daten und Uhrzeiten können je nach epidemiologischer Lage angepasst werden.

Foto: Florian Geisseler

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